Persistierende Wirkungen einer Kalorienrestriktion auf Fettstoffwechsel
und Inflammation
Etablierung der Epigenomik in der
biomedizinischen Ernährungsforschung
Die Ernährungsepigenomik gilt als neue und zukunftsträchtige Disziplin der molekularen Biowissenschaften, die in geradezu paradigmatischer Weise Ernährung-Genom-Wechselwirkungen abbildet. Eine Anbindung der deutschen Ernährungsforschung an dieses Innovationsgebiet ist jedoch bisher kaum erkennbar. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert Forschungsvorhaben „Persistierende Wirkungen einer Kalorienrestriktion auf Fettstoffwechsel und Inflammation – Etablierung der Epigenomik in der biomedizinischen Ernährungsforschung – Vision „Epifood“ soll diese Lücke geschlossen werden. Die Ernährungswissenschaftler, Biologen, Mediziner und Bioinformatiker wollen die langfristigen Effekte von Diäten in verschiedenen Modellen (Fruchtfliege, Maus, Schwein) und beim Menschen untersuchen. Betrachtet werden hierbei sowohl negative (Jojo-Effekt) als auch positive (anti-entzündliche) Aspekte einer reduzierten Energiezufuhr und alternativen Diätstrategien. Es soll zudem geprüft werden, ob die Kalorienrestriktion nachhaltige Gesundheitswirkungen hat und inwiefern sie die Expression und Funktion zentraler Gene des Fettstoffwechsels und der Entzündung (Inflammation) beeinflusst. Am Ende des Projekts steht mit der „Vision Epifood“ die Entwicklung einer zweiten Generation von funktionellen Lebensmitteln, die eine Kalorienrestriktion imitieren und so gesundheitswirksam agieren können. Das epigenomische Konzept soll Personen erreichen, die aufgrund von Übergewicht und erhöhten Parametern der Inflammation einen Risikophänotyp aufweisen. Durch das Vorhaben ist ein wesentlicher Erkenntniszuwachs auf dem Gebiet Ernährungsepigenomik zu erwarten. Mit dem Vorhaben wird außerdem die Kooperation zwischen der Universität Kiel und dem Leibnizinstitut FBN Dummerstorf gefördert. Darüber hinaus ist eine Reihe von kleineren und mittelständischen Unternehmen aus dem Bereich der Biotechnologie und -medizin sowie eine Kieler Firma aus dem marinen Bereich an dem Projekt beteiligt. Dadurch werden nachhaltige Verwertungsstrukturen aufgebaut, die die Ernährungsepigenomik betreffen. Das Großprojekt umfasst 12 sog. Arbeitspakete – Teilprojekte, die am Ende ein Gesamtbild ergeben werden. Die Abbildung zeigt die Komplexität dieses Vorhabens sowie die Vernetzung der einzelnen Pakete im Detail.
Das „Epifood“-Projekt umfasst folgende Verbundpartner: